Projet Nudité

Studie zur Nacktheit und zum Scham in unterschiedlichen Kulturen

Projet Nudité war bis 2007 ein Projekt, welches sich in Entwicklung befand. Der Inhalt wurde regelmäßig aktualisiert und anhand neuer Daten erweitert. Die neuesten Nachrichten könnten Sie hier lesen. Ich habe Sie gerne herzlich dazu eingeladen, sich hierbei zu beteiligen. Sie könnten zum Beispiel eine Nachricht im Gästebuch oder Ihre Stellungnahme im Forum hinterlassen, oder mir eine E-mail schicken. Das Gästebuch gibt es nicht mehr in 2014, eben so wie das Forum. Ich selbst bin nicht mehr so beschäftigt mit dem Thema, weil ich meine Antwort gefunden habe. Ebenfall, wenn Sie möchten, können Sie mir noch immer eine E-mail schicken auf projetnudite@victorvandijk.nl.

Mit freundlichem Gruß,

Victor van Dijk

Nacktheit und Scham: eine anthropologische Antwort

Die Frage die ich an Illuster (Alumnizeitschrift der Universität Utrecht) gestellt habe: Wozu schämen so viele Leute sich, ihren nackten Leib in der Öffentlichkeit zu zeigen? Was sind die kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe davon?

Die Antwort in Illuster 36, 09/04, von Dr. W.E.A. van Beek, universitär Hauptdozent der kulturellen Anthropologie an der Universität Utrecht:

"Lass mich zuerst bemerken, dass das Schamgefühl in der Welt kein universelles Bild erregt. Bei neunundfünftig Prozent der Menschen ist die Scham genital gerichtet. Trotzdem gibt es, zum Beispiel, in der Amazone nackte Frauen die sich schämen wenn sie keine Armbänder um die Arme oder um die Knöchel tragen. Die Scham entsteht wenn wird abgewichen von der Kleidungnorm, der in jeder Kultur wieder anders ist ausarbeitet.

Die Scham ist nicht angeboren, aber der Grund, dass Menschen sich schämen, hat doch schon einen universalen, biologischen Hintergrund. Die Basis ist die genetisch indizierte Man-Frauverhaltung. Die ist biologisch nicht weiter ausgearbeitet, so wie es schon der Fall ist bei den Vögeln (Monogamie) oder bei den Pavianen (Polygamie). Es ist die Verantwortlichkeit der Kultur, 'was am Sex zu regeln'. Das führt zu den kulturellen Regeln für sexuelle Beziehungen, also sexuelles Verhalten. Dies erklärt mal wieder die kulturelle Aufmerksamkeit fürs Genital, also fürs Bedecken des Genitals, weil manche Reflexen nun einmal sichtbar sind. Es scheint ein logischer Auftrag für jede Kultur, die Bedeutung eines stabilen Elternpaars betrachtet, dass ja für die Ausbildung eines früh geborenen Jung notwendig ist, das Genitals zu 'privatisieren'."

Nach oben


Möchte die Veröffentlichung dieser Antwort auf meine Website auf Schwierigkeiten stoßen in Bezug auf die Urheberrechten oder andere Rechten, bitte schicken Sie mir eine E-mail, dann können wir zu einer Lösung kommen!


Download: Fast, Fun, Awesome